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Mein Ansatz

Kinder und Jugendliche zeigen auf unterschiedliche Weise, wenn etwas in ihrem Leben aus dem Gleichgewicht geraten ist. Verhalten hat dabei für mich immer einen Sinn. Auch dann, wenn es zunächst schwierig, ungewöhnlich oder belastend erscheint.

In meiner therapeutischen Arbeit geht es deshalb nicht nur darum, ein bestimmtes Verhalten zu verändern. Mich interessiert, was dahinterstehen könnte: Was erlebt das Kind oder der Jugendliche? Was braucht es oder er, um sich sicherer zu fühlen? Welche Rollen spielen Beziehungen, Erfahrungen und die aktuelle Lebensituation?

Dabei steht für mich die Beziehungen am Anfang jeder therapeutischen Arbeit. Erst wenn ein Kind oder ein Jugendlicher sich gesehen, angenommen und sicher genug fühlt, kann Entwicklung entstehen. Ressourcen und Fähigkeiten sind für mich ebenso wichtig wie das, was gerade Schwierigkeiten bereitet.

Meine Arbeit ist beziehungsorientiert, systemisch und traumasensibel. Je nach Anliegen beziehe ich unterschiedliche therapeutische Zugänge ein und passe die Begleitung an das Alter, die Bedürfnisse und die individuelle Situation des Kindes, Jugendlichen oder der Familie an.

Kinderorientierte Familientherapie (KOF)

Die Kinderorientierte Familientherapie (KOF) richtet sich insbesondere an Kinder im Alter von etwa 4 bis 9 Jahren. Gerade jüngere Kinder verfügen häufig noch nicht über die sprachlichen und kognitiven Möglichkeiten, innere Erlebnisse, Gefühle oder komplexe Beziehungserfahrungen in Worte zu fassen. Das Spiel bietet ihnen deshalb eine altersgerechte und entwicklungsentsprechende Ausdrucksform.

Im therapeutischen Spiel mit Figuren und Materialien im Sand kann das Kind zeigen, was es beschäftigt, wie es Beziehungen erlebt und welche Themen innerlich wirksam sind. Auf diese Weise können auch Erfahrungen und Dynamiken sichtbar werden, die im Alltag schwer wahrzunehmen oder sprachlich kaum zugänglich sind. Das Kind muss dabei nichts erklären oder „richtig“ erzählen, sondern darf über sein Spiel einen eigenen Zugang zu seinem Erleben finden.

Drei zentrale Elemente prägen die KOF besonders: gemeinschaftliches Handeln und Zusammenspiel (Samhandling), Bindung und die Entwicklung des Selbstwertgefühls. Im Spiel wird sichtbar, wie ein Kind in Beziehung tritt, wie gemeinsames Handeln gelingt, wo Schwierigkeiten entstehen und welche Fähigkeiten und Ressourcen bereits vorhanden sind.

Die therapeutische Arbeit wird videounterstützt. Ausgewählte Spielsequenzen werden gemeinsam mit den Eltern betrachtet. Dadurch können Interaktionen, Beziehungsmuster und feine Momente im Zusammenspiel sichtbar werden, die im Familienalltag häufig nur schwer zu erkennen oder in Worte zu fassen sind. So kann ein tieferes Verständnis dafür entstehen, was das Kind mit seinem Verhalten und seinem Spiel ausdrückt und wie sich die einzelnen Familienmitglieder gegenseitig beeinflussen.

KOF verbindet entwicklungspsychologische Perspektiven und Erkenntnisse aus der Bindungs- und Säuglingsforschung mit systemischem Denken sowie handlungsorientierten und verhaltenstherapeutischen Elementen. Im weiteren Verlauf können Eltern und Kind auch gemeinsam in das therapeutische Spiel einbezogen werden. Neue Formen des Zusammenspiels können dadurch unmittelbar erlebt und erprobt werden.

Ein besonderes Anliegen ist mir, Kinder jenseits vorschneller Zuschreibungen und Diagnosen in ihrer Individualität zu verstehen. Dabei geht es auch darum, ihren Selbstwert zu stärken, ihnen einen Zugang zu den eigenen Gefühlen und Bedürfnissen zu ermöglichen und sie darin zu unterstützen, sich selbst und ihre Beziehungen zunehmend besser zu verstehen.

Die Erfahrungen aus der therapeutischen Arbeit sollen auch im Familienalltag weiterwirken. Eltern können zunehmend ein eigenes Gespür dafür entwickeln, was ihr Kind braucht, welche Muster im Miteinander eine Rolle spielen und welche Wege für ihre Familie hilfreich und stimmig sind.

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Das Spielgespräch

Das Spielgespräch eignet sich besonders für ältere Kinder und Jugendliche und kann auch mit Erwachsenen eingesetzt werden. Anders als im stärker symbolischen Spiel jüngerer Kinder werden hier konkrete Erlebnisse, Beziehungen oder Konfliktsituationen mithilfe von Figuren dargestellt.

Eine erlebte Situation kann auf diese Weise sichtbar und nachvollziehbar werden. Die Person zeigt beispielsweise, wer beteiligt war, was geschehen ist und wie sie die Situation erlebt hat. Dadurch können Gefühle, Beziehungen und Zusammenhänge greifbarer werden, die im reinen Gespräch manchmal schwer auszudrücken sind.

Im weiteren Verlauf können Perspektiven gewechselt, Figuren verändert und alternative Reaktionen oder Handlungsweisen ausprobiert werden. So entsteht die Möglichkeit, Erlebtes zu verarbeiten und neue Sichtweisen und Handlungsmöglichkeiten für ähnliche Situationen zu entwickeln.

Das Spielgespräch und die Kinderorientierte Familientherapie (KOF) wurden von Martin Soltvedt entwickelt und insbesondere durch Bernd Reiners in Deutschland bekannt gemacht und weitervermittelt.

DIR/Floortime

DIR/Floortime ist ein entwicklungs und beziehungsorientierter Ansatz nach Stanley Greenspan und Serena Wieder. Im Mittelpunkt steht die Frage, wo ein Kind in seiner emotionalen Entwicklung gerade steht und was es braucht, um sich in Beziehung weiterentwickeln zu können.

Dabei wird Verhalten nicht vorschnell als schwierig oder auffällig bewertet. Vielmehr schauen wir darauf, ob Stress, Überforderung oder besondere Bedürfnisse dahinterstehen können. Eine wichtige Rolle spielt die Co Regulation. Kinder entwickeln die Fähigkeit, mit Gefühlen und Belastungen umzugehen, zunächst in Beziehung zu anderen Menschen.

Die sogenannten funktionalen emotionalen Entwicklungskapazitäten (FEDCs) helfen dabei, die Entwicklung eines Kindes genauer zu verstehen. Dazu gehören unter anderem Regulation, Beziehung, Kommunikation, gemeinsames Problemlösen und die Entwicklung komplexeren Denkens.

Gemeinsam mit den Eltern schauen wir darauf, wie diese Fähigkeiten im Alltag unterstützt und nächste Entwicklungsschritte ermöglicht werden können. Dabei können auch Impulse aus dem Self Reg Ansatz nach Stuart Shanker einfließen.

Traumasensible und identitätsorientierte Arbeit

Belastende Erfahrungen können beeinflussen, wie wir uns selbst erleben, Beziehungen gestalten und auf schwierige Situationen reagieren. In meiner Arbeit ist mir deshalb wichtig, nicht nur auf sichtbares Verhalten zu schauen, sondern auch darauf, welche Erfahrungen und inneren Prozesse damit verbunden sein können.

Dabei fließen Elemente der Identitätsorientierten Psychotraumatherapie (IoPT) und der Anliegenmethode nach Prof. Dr. Franz Ruppert in meine Arbeit ein. Im Mittelpunkt stehen Fragen wie: Was gehört zu mir? Was brauche ich? Welche Gefühle und Bedürfnisse sind meine eigenen und was beeinflusst mich möglicherweise aus früheren Erfahrungen?

Ziel ist es, einen klareren Zugang zum eigenen Erleben zu entwickeln, die eigene Identität zu stärken und zunehmend authentisch und selbstbestimmt handeln zu können.

Elterliche Präsenz und Neue Autorität

Eltern können in belastenden Situationen das Gefühl entwickeln, den Zugang zu ihrem Kind zu verlieren oder nicht mehr zu wissen, wie sie angemessen reagieren können. In meiner Arbeit können deshalb auch Gedanken aus dem Konzept der Neuen Autorität nach Haim Omer einfließen.

Im Mittelpunkt steht die elterliche Präsenz. Eltern werden darin unterstützt, ihre eigene Position wieder klarer einzunehmen, handlungsfähig zu bleiben und Grenzen zu vertreten, ohne die Beziehung zum Kind aus dem Blick zu verlieren.

Dabei geht es nicht um Kontrolle oder darum, sich gegenüber dem Kind durchzusetzen. Vielmehr sollen Eltern darin gestärkt werden, Verantwortung zu übernehmen, Eskalationen zu reduzieren und auch in schwierigen Situationen verlässlich und präsent zu bleiben.

Kontakt

Sie möchten wissen, ob mein Angebot zu Ihrem Anliegen oder Ihrer familiären Situation passen könnte? Schreiben Sie mir eine Nachricht. Ich melde mich persönlich bei Ihnen zurück.

info@systemische-beratung-puetz.de

Terminvereinbarung

Termine finden nach vorheriger Vereinbarung statt.

Bitte beachten Sie, dass das Kontaktformular nicht für akute Krisen oder Notfälle vorgesehen ist.

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